Die Wyddland-Trilogie – meine kleine Kampagne auf Malmsturm-FATE-Basis – ist beendet. Zeit für ein kleines Fazit.
Doch zunächst zur abschließenden Spielsitzung.
Wir erinnern uns: Wie in Teil 1 und Teil 2 berichtet, haben sich unsere Helden in dem klassischen Fantasy-Szenario wacker geschlagen und zuletzt den Anschlag auf den Roten Turm vereitelt.
Auch in Sachen FATE-Regelwerk war die Gruppe im Großen und Ganzen erfolgreich. Die zwei Neulinge haben sich sehr schnell einfinden können und gemeinsam mit den hinzugekommenen "alten Hasen" konnten auch einige wenige Unklarheiten der Malmsturm-Version gelöst werden.
Spaß auch ohne Würfel
In der dritten und abschließenden Sitzung kam das Regelwerk jedoch kaum zum Einsatz – zumindest nicht in Form von größeren Würfeleien und Recherchen im goldgeschnittenen Prachtband.
Aber auch das ist ja ein wichtiger Aspekt (Haha! Wortspiel!) eines Rollenspiel-Regelwerks: Ist es möglich und erwünscht, ganze Spielabende mit Kurzweil zu füllen ohne auch nur einmal einen Würfel anzufassen?
Im Falle von FATE kann diese Frage selbstredend bejaht werden – und jener Abend hat dies durchaus bestätigt.
Waldwanderung
Somit oberflächlich zur Handlung: Ich habe für den letzten Abend kurzerhand die Idee eines Spielers aufgegriffen, die er in der Sitzung zuvor recht spontan zur Ausschmückung seines Charakters ersponnen hat. Dieser war nämlich auf der Suche nach einem Artefakt, das er dringend einer dubiosen Organisation zukommen lassen musste, da sonst sein Leben und das seiner Familie verwirkt wäre.
Das Artefakt – ein verzierter Drachenschädel – wurde von mir in die Metahandlung eingebaut und zu einer magischen Waffe im geheimen Krieg der Lichtelben gegen das Menschen-Königreich Ustrien erklärt.
Diese Zusammenhänge galt es für die Helden jedoch erst aufzudecken.
Wie schon im Abenteuer davor beschlossen, wollten sie sich in das nahe gelegene Dorf des Waldvolkes begeben, um dort zum einen ein wenig mehr über gewisse Hintergründe zu erfahren – und zum anderen eine Möglichkeit zu finden, wieder aus dem verwunschenen Wald hinauszufinden.
Die Hindernisse auf dem Weg dorthin wurden zum Leidwesen des Spielleiters recht locker gemeistert. Der Schattendrache und die Nachtnixe kamen wieder nicht zum Einsatz ...
Märchenhafter Höhepunkt
Dem ein oder anderen ist es vielleicht aufgefallen: Bei der Entwicklung der Spielwelt und des Abenteuers hatte ich die Grimmsche Märchenwelt im Kopf – hatte auch kurz vorher das Komplettwerk der Brüder durchgearbeitet (aber eher, um für Töchterlein wieder etwas märchenfester zu sein).
Höhepunkt des Abends war daher auch die Begegnung der Spieler mit zwei Riesenbrüdern, die drei magische Gegenstände (und eine große Schweineherde) bewachten – sich allerdings schon seit Äonen darum stritten, wem diese Erbstücke des Vaters eigentlich zustehen.
Ein solcher Erbstreit ist ein beliebtes Motiv in etlichen Märchen – und ich möchte ihn hiermit Spielleitern in passenden Szenarien wärmstens ans Herz legen.
Wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß damit – so zumindest mein Eindruck.
Selbstredend mussten sich die Spieler die magischen Stücke unter den Nagel reißen, um damit das Drachen-Beschwörungs-Ritual der fiesen Lichtelben vereiteln zu können.
Mit viel Verhandlungsgeschick, einigen Tricksereien und von Schweinen beworfen gelang dies ihnen auch.
Finale?
Ich geb’s zu: Ich habe oft Schwierigkeiten, meine Abenteuer in einem fulminanten Finale enden zu lassen. Und auch diesmal bin ich mit mir nur mäßig zufrieden. Ich ließ die Spieler die Bühne betreten, das Ritual verhindern und rechtzeitig entkommen. Das hätte ich interessanter gestalten müssen. Schließlich wurde damit mal eben der Hauptschlag der zentralen Lichteleben-Verschwörung vereitelt.
Aber wie gesagt – ein richtig gutes Finale mir bislang eher selten gelungen.
Fazit
FATE hat sich – wie zu erwarten war – mal wieder bewährt. Es ist auch für Neulinge schnell zu verstehen. Und ich wiederhole meine Überzeugung, dass es sogar ein hervorragendes Einsteigerregelwerk sein kann.
Für mich habe ich festgestellt, dass ich als Spielleiter nur teilweise als Improvisator tauge. Aber mit FATE kann man natürlich auch prima railroaden – auch wenn man damit nicht alle Möglichkeiten dieses Systems ausschöpft. Und ich hätte mehr darauf achten müssen, Abenteuer und Szenen an den Aspekten und somit Wünschen der Spieler auszurichten.
Für mich hat sich Malmsturm doch als ziemlich taugliche deutschsprachige Umsetzung des FATE 3.0 Regelwerks herausgestellt. Die ein, zwei Ungenauigkeiten fallen dabei nur mäßig ins Gewicht.
Ob ich das Wyddland-Szenario noch mal reaktiviere bzw. fortsetze, weiß ich noch nicht so recht zu sagen. Es ist dann ja doch sehr ... klassisch. Wenn ich mal wieder auf FATE-Basis Fantasy-mäßig unterwegs sein sollte, dann wohl eher in Beleriand ...
Edit: Das hier ist übrigens mein 200. Post. Juhu!
Schreiberlings Egozine
Was heute Blog genannt wird, hieß man dereinst Egozine. Das Prinzip bleibt dasselbe: man tut der mäßig interessierten Welt Gedanken zu Themen seiner Wahl kund. In diesem Sinne sind hier meine Gedanken zu SF, Fantasy & Rollenspiel zu finden – und manchmal auch zu etwas völlig anderem.
Donnerstag, 15. März 2012
Montag, 27. Februar 2012
Ganz schön klein ist das Universum auch
Als kleine Ergänzung zu dem kürzlich geposteten Video des American Museum of Natural History hier eine wunderschöne Flash-Anwendung zum Thema: The Scale of the Universe 2 von Cary Huang.
Mit dem Schieberegler kann man selbst in die kleinsten und die größten Strukturen des Universums zoomen – sehr spannend und lehrreich!
Gefunden habe ich diese Anwendung auf dem großartigen Netzlogbuch von Matthias Zellmer, dem zu folgen ich nur dringendst empfehlen kann.
Mit dem Schieberegler kann man selbst in die kleinsten und die größten Strukturen des Universums zoomen – sehr spannend und lehrreich!
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| The Scale of the Universe 2 von Cary Huang |
Gefunden habe ich diese Anwendung auf dem großartigen Netzlogbuch von Matthias Zellmer, dem zu folgen ich nur dringendst empfehlen kann.
Dienstag, 21. Februar 2012
Lesetagebuch: The New 52 – Teil 3 – mehr Superman und Batman ... und Nightwing
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| DC New 52 – meine Neuzugänge |
In Teil 1 und Teil 2 meiner diesbezüglichen Blog-Reihe bespreche ich den ersten Schwung aus sieben Heftchen.
Mittlerweile habe ich drei weitere ergattern können – und möchte meine unmaßgebliche Meinung dazu kundtun.
In der Zwischenzeit hat sich in Sachen New 52 übrigens ein bisschen was getan. So wurden einige der Serien bereits wieder eingestellt (was zu erwarten war) und neue wurden hinzugefügt (was erfreulich ist).
Zudem wird es wohl immer schwieriger, an die Start-Hefte etlicher Serien zu kommen – obwohl diese bis zu fünf Nachauflagen erfahren haben. Ich kann durchaus auch ein Lied davon singen. Eines musste ich mir schon aus Kanada zuschicken lassen ...
Und schließlich hat sich DC ein schickes neues Logo gegönnt ... :)
Aber genug der Vorrede – zu den Heften. Selbstredend wieder mit SPOILERWARNUNG!
Batman – Detective Comics
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| DC-Comics: Batman – Detective Comics #1 |
Aber anscheinend gehört auch das zu einem widerlichen Plan des durchgeknallten Massenmörders – denn er lässt sich auf den letzten Panels bereitwillig von einem anderen Insassen das Gesicht entfernen ...
Da entwickelt sich wohl eine Art Face-Off-Storyline.
Auch hier gilt wieder, dass ich nicht ganz einschätzen kann, wie sich diese Handlung in die anderen Batman-Serien einfügt. Spielt sie, vergleichbar mit Action Comics bei Superman (s.u.), deutlich vor den anderen? Der Titel mag darauf hinweisen – schließlich erschienen die ersten Batman-Geschichten im Rahmen einer Heftreihe namens ... Detective Comics.
Nichts genaues weiß man aber nicht.
Interessant in dem Zusammenhang, dass die verschiedenen Batman-Serien für das erste große Crossover im neuen DC-Universum herhalten müssen.
Aber um das noch mal ausdrücklich zu betonen: Batman at its best! Großartig!
Das sacht der Fachmann ...
Nightwing
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| DC-Comics: Nightwing #1 |
Dieses Heft bietet übrigens einen weiteren Hinweis darauf, dass sich das gesamte Batman-Umfeld recht unbeschadet über den "Flashpoint" herübergerettet hat. Es wird nämlich kurz daran erinnert, dass Grayson selbst kürzlich im Batman-Kostüm unterwegs war – und damit kann ja nur die Zeit nach Bruce Waynes letztem "Tod" gemeint sein.
Zur Handlung: Nightwing wird in seiner #1 dennoch an sein Origin herangeführt. Denn der Zirkus, in dem er als "Wunderknabe" einst artistisch tätig war, ist wieder in der Stadt.
Außerdem taucht ein superschurkiger Killer auf, der es auf Dick Grayson agesehen hat – aber dessen Geheimidentität "Nightwing" gar nicht kennt.
So weit so harmlos. War aber nett zu lesen.
Das sacht der Fachmann ...
Superman – Action Comics
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| DC-Comics: Superman – Action Comics #1 |
Zwar halte ich Superman ob seiner Allmacht mit für den langweiligsten aller Superhelden – war aber immer schon der Meinung, dass man aus der Figur durchaus was machen kann. Mit der beste Beweis für diese These ist ja wohl das geniale "Genosse Superman", in dem der Stählerne in der Sowjetunion anstatt in Kansas auf der Erde landet.
Der Ansatz, einen jüngeren Clark Kent zu zeigen, der gerade in Metropolis angekommen und noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, gefiel mir irgendwie.
Und ich kann mir nicht helfen – ich war von der Umsetzung begeistert. Von dem dämlichen zu kurzen Cape abgesehen gefällt mir die schlichte Aufmachung Supermans – und vor allem seine geradezu linksextreme Einstellung. Seine Gegner sind nämlich korrupte Politiker und skrupellose Großindustrielle – und ein gewisse Lex Luthor, der im Auftrag des Militärs versucht, dem außerirdischen Störenfried das Handwerk zu legen ...
Das sacht der Fachmann ...
Wie geht’s weiter?
Wie oben angedeutet, wird es tatsächlich immer schwerer, meine Sammel-Liste aus Teil 2 weiter abzuarbeiten – zumindest, wenn ich es auch weiterhin ablehne, mehr als 5 Euro (inkl. Versand) für eines der Heftchen auszugeben. Aber wenigstens Batman #1 muss ich noch irgendwo herkriegen.
Justice League #1 wird’s übrigens beim diesjährigen Gratis Comic Tag geben – das hab ich also schon mal so gut wie sicher.
Ob und welche Reihen ich über die #1 hinaus verfolgen werde, hab ich noch nicht final entschieden – vermutlich werde ich dafür dann eh auf Sammelbände warten.
Panini wird die deutsche Übersetzung von "Flashpoint" übrigens in Kürze rausbringen – New 52 soll dann im Sommer folgen.
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